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Wir wollen uns sicher fühlen!

Uns allen sind physische Grundbedürfnisse mehr als gut bekannt. Müdigkeit, Hunger, Kälte, Hitze oder andere ähnliche Phänomene machen uns im Alltag auf sie aufmerksam. Wie aber bei physischen Grundbedürfnissen, bringt auch das Nicht-Erfüllen von psychischen Grundbedürfnissen Schäden mit sich. Nur weil diese manchmal weniger schnell ersichtlich sind, sind sie aber ganz und gar nicht minder wichtig. Wir alle haben das Grundbedürfnis nach Lustgewinn und Vermeidung von Unlust, nach Selbstwertschutz und Selbstwertaufbau, nach guten und gelingenden Beziehungen und nach Sicherheit und Kontrolle. In diesem Beitrag lernst du mehr über das Bedürfnis nach Sicherheit, Kontrolle und Autonomie und wie du dafür sorgen kannst, dass du mehr davon in dein Leben kriegst.



Das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle beschreibt zwei Komponenten.


  1. Orientierung beschreibt einen Zustand, in dem man einen allgemeinen Überblick über eine Situation hat. Oder anders gesagt: «zu wissen was los ist».

  2. Kontrolle beschreibt die Möglichkeit die Situation, über welche man nun den Überblick hat, zu «beherrschen». Oder anders gesagt: «etwas unternehmen zu können.»

Intuitiv kannst du wohl bestätigen, dass diese Gefühle oder Zustände von «wissen was los ist» und dann darin «etwas unternehmen zu können» ein allgemeines Wohlempfinden auslösen. Warum aber ist es so wichtig, das Grundbedürfnis «Orientierung und Kontrolle» zu erfüllen?


Die Kontrolle verlieren? Fühlt sich nicht gut an!

Weil das Kontrollbedürfnis ein Verlangen danach beschreibt, etwas zu können, das zum Erreichen oder Aufrechterhalten eigener Ziele beiträgt, ist es unverzichtbar. Es ist immer dann involviert, wenn ein Ziel erreicht oder ein Bedürfnis befriedigt werden soll. Es ist wichtig, positive Erfahrungen mit dem Kontrollbedürfnis zu machen. Daraus entstehen die Überzeugungen, dass es sich lohnt, sich für Dinge einzusetzen und sich zu engagieren. Und darüber hinaus: Entsteht ein Sinn für Selbstwirksamkeit, dass also die eigenen Handlungen etwas bewirken, dass Ziele erreicht werden können. Du siehst also: Das Erfüllen des Kontrollbedürfnisses geht einher mit einem selbstsicheren, selbstwirksamen, psychisch gesunden und engagierten Menschen. Das Bedürfnis nach Orientierung («wissen was los ist») ist Voraussetzung, für das Kontrollbedürfnis («etwas in der Situation unternehmen zu können») und dessen Erfüllung darum genauso wichtig.



Zum Beispiel...

Am Besten ist es, das an einem kurzen Beispiel zu veranschaulichen: Du bemerkst, dass es dir am Arbeitsplatz schlecht geht, kannst dieses Gefühl aber nicht einordnen und keiner konkreten Situation zuweisen (dein Orientierungsbedürfnis ist verletzt). Es geht dir schlecht und zudem kannst du keine Kontrolle für die Situation übernehmen. Gelingt es dir jedoch, dir einen Überblick über die Situation zu verschaffen, dann hast du eine Chance, wieder Orientierung zu erlangen. In Ruhe und mit Achtsamkeit kannst duerkennen, dass es die Art und Weise deines Vorgesetzten ist, die dir zu schaffen macht. Sein Verhalten führt dazu, dass es dir nicht gut geht. Diese Erkenntnis löst aus, dass dein Orientierungsbedürfnis wieder (besser) erfüllt ist. Nun hast du sogar konkrete Handlungsmöglichkeiten: Du kannst mit deinem Vorgesetzten das Gespräch suchen – das ist eine Möglichkeit, wieder die Kontrolle zu erlangen (Kontrollbedürfnis wird befriedigt). Auch wenn das Problem nicht auf Anhieb gelöst wird, steigt dein psychisches Wohlbefinden, da du dein Orientierungs- und Kontrollbedürfnis steigern konntest.


Was kannst du konkret tun für mehr Orientierung und Kontrolle in deinem Leben?


Was kannst du tun, um dein Orientierungs- und Kontrollbedürfnis besser zu erfüllen? Vielleicht helfen dir die folgenden Fragen und Überlegungen:


  • Du bist wütend oder traurig, kannst das aber nicht in Worte fassen oder konkret zuordnen. Kannst du dir die Zeit nehmen, mit Achtsamkeit und Ruhe darüber nachzudenken? Vielleicht sogar deine Gedanken dazu aufzuschreiben?

  • Kannst du in ungewissen Situationen ausfindig machen, ob das Orientierungs- oder das Kontrollbedürfnis verletzt ist?

  • Orientierungsbedürfnis: was kannst du tun um «zu wissen was los ist»? Kannst du etwas nachschlagen, bei jemandem nachfragen oder mit Achtsamkeit und Geduld in dich hineinhorchen?

  • Kontrollbedürfnis: Welche konkreten Handlungsmöglichkeiten hast du? Was haben sie für Konsequenzen und welche davon kommen für dich in Frage?

  • Wenn du dir darüber im Klaren bist was dir fehlt bzw. welches Bedürfnis verletzt ist, kannst du das auch besser kommunizieren. Würde es dir in deiner Situation helfen, das jemandem mitzuteilen? Denke daran: Deine Bedürfnisse sind leider nicht auf deiner Stirn auf einem Display ersichtlich...

Nun hoffe ich, diese Gedankenanstösse haben dich etwas weitegebracht. Also: Sei aufmerksam und achtsam, deinen (GRUND!-) Bedürfnissen gerecht zu werden, um nicht nur physisch, sondern auch psychisch gesund zu bleiben!


Und wenn du noch mehr über die anderen Grundbedürfnisse lesen möchtest, findest du hier noch Inputs:


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