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Einsam? Bindung ist ein Grundbedürfnis!

Aktualisiert: 27. Apr. 2023

Dass wir körperliche Grundbedürfnisse haben, ist uns bekannt: Müdigkeit, Hunger, Kälte, Hitze oder andere ähnliche Phänomene machen uns im Alltag auf sie aufmerksam. Wenn wir unsere körperlichen Grundbedürfnisse nicht erfüllen, besteht das Risiko von Schäden. Wie aber steht es um unsere psychischen Grundbedürfnisse? Wir haben davon vier: Lustgewinn und Unlustvermeidung, Selbstwertschutz und Selbstwertaufbau, Orientierung und Kontrolle und eben: Bindung. Es ist sehr gut nachgewiesen, dass die Nichterfüllung dieser Bedürfnisse sowohl Psyche wie auch Körper aus dem Gleichgewicht bringen kann. Diese "Schäden sind aber oft weniger schnell ersichtlich. Wie du das Grundbedürfnis nach gelingenden und wertvollen Beziehungen (Bindung) erfüllen kannst, lernst du in diesem Blog (orientiert sich an den von Prof. Dr. Klaus Grawe definierten Grundbedürfnissen).



Unter diesem Grundbedürfnis versteht man das Angewiesensein von Menschen auf nahe Bezugspersonen. Die Erfüllung dieses Bedürfnisses ist durchaus von Wichtigkeit. Bei wem das Bindungsbedürfnis - am besten bereits als Kind - erfüllt werden kann, profitiert unter anderem von einem sicheren Bindungsstil, guter Emotionsregulation und gehemmtem aggressivem Verhalten. Auch eine geringere Stressanfälligkeit und allgemein bessere psychische Gesundheit gehen mit der Erfüllung dieses Bedürfnisses einher. Es lohnt sich also, sich um die Befriedigung dieses Bedürfnisses zu kümmern. Wie aber weiss ich, ob mein Bindungsbedürfnis erfüllt ist?


Das kannst du für dein Bindungsbedürfnis tun:

  • Tun mir die Menschen, mit denen ich (viel) Zeit verbringe, gut? Und wenn nicht: Könnte ich die Zeit reduzieren und in diejenigen Menschen investieren, bei denen ich gute Gefühle habe oder sogar "aufblühe"?

  • Habe ich nahe Bezugspersonen, denen ich voll und ganz vertraue? Wie kann ich diese Menschen mehr in mein Leben integrieren?

  • Kann ich diese nahen Bezugspersonen mehr wertschätzen? Was könnte ich konkret tun, um mehr Wertschätzung und Anerkennung zu geben?

  • Ein stetiges «In sich hinein horchen» kann sich lohnen: «Mit dieser Person verbringe ich sehr viel Zeit. Fühle ich mich erfüllt, wenn ich bei ihr bin? Kann ich ganz ich selber sein oder fühle ich mich gehemmt?»

  • Gibt es Menschen, die in mir eher ein unbehagliches Gefühl auslösen? Wie kann ich mich von ihnen besser abgrenzen?



Annähern oder vermeiden?

Wer mit Angst oder Unsicherheit auf Bindungen und Beziehungen blickt, befindet sich im Vermeidungsverhalten. Das könnte etwa die Angst davor sein, beim genauen Hinschauen auf Beziehungen zu bemerken, dass einige Menschen einem weniger gut tun als gedacht. Im Vermeidungsmodus können die Grundbedürfnisse allerdings nur schwer erfüllt werden. Man hält dann zum Beispiel Beziehungen mit Menschen aufrecht, die das Bindungsbedürfnis alles andere als erfüllen. Meist unter Aufwand von viel Zeit und Energie. Es lohnt sich also, von einem Vermeidungs- in einen Annäherungsmodus zu kommen. Dies passiert etwa dann, wenn man sich zwischendurch den obengenannten Fragen widmet. Sich nicht vor den Antworten scheut und so dann beispielsweise die eigene Zeit und Energie in jene Menschen investiert, die einem wirklich gut tun.


Nun wünsche ich dir alles Gute und viel Spass beim Geniessen von mehr Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeitserwartung, höherer Resilienz und Qualität der Beziehungen. Denn auch das sind Vorteile die dich erwarten, wenn du deinem Bindungsbedürfnis ausreichend Nahrung gibst.

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