Tipps für eine erfolgreiche Teamarbeit

In der heutigen Berufswelt ist die Arbeit im Team allgegenwärtig. Bereits bei Stellenausschreibungen suchen Arbeitgeber den perfekten Team-Menschen. Die Anforderungen gehen immer die gleiche Richtung: Man muss sich gut in ein bestehendes Team einfügen können und sollte trotzdem seine Meinung vertreten können. Eine Gratwanderung, die nicht immer leicht ist. In der Praxis stelle ich oft fest, dass zwar von Teamarbeit gesprochen wird, dass aber in Wirklichkeit viele Arbeitnehmer zwar organisatorisch Teil eines Teams sind, ihre Arbeiten aber grösstenteils alleine verrichten. Der Teamgedanke kommt dann zuweilen vor allem bei Teammeetings zum Tragen. Das alleine reicht aber nicht für eine wirklich positive, konstruktive und wertschätzende Teamarbeit. Dabei hätte eine echte, positive Teamarbeit viele Potenziale, die sich direkt auf Motivation, Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft auswirken können.



Im folgenden Blogbeitrag über Teamarbeit erfahren Sie:


  • Was Teamarbeit ausmacht

  • Voraussetzungen für eine gute Teamarbeit

  • Tipps für Teamleiterinnen und Teamleiter



Meetings und Projektarbeit machen noch keine Teamarbeit aus.

Natürlich haben Arbeitsteams auch Meetings. Keine Frage. Doch echte und wirkungsvolle Teamarbeit leistet wesentlich mehr. Hier einige Prinzipien, die Teamarbeit bestimmen und ausmachen:


  1. "Ich gehöre dazu!" Das Gefühl der Zugehörigkeit. Positive, intakte Beziehungen sind ein menschliches Grundbedürfnis. Dazu gibt es viele Untersuchungen. Diese zeigen auch auf, welche negativen Effekte fehlende oder schlechte Beziehungen entstehen können. Der Zusammenhalt untereinander, sich mit den anderen verbunden zu fühlen, gemeinsame Ziele zu haben und zwischendurch auch gemeinsam etwas Gutes zu erleben sind wichtige Aspekte des Gefühls der Zugehörigkeit zu einem Team.

  2. "Ich werde gehört". Kommunikation auf Augenhöhe. Kommunikation ist die einzige Schnittstelle zwischen Menschen. Was wären wir, ohne Kommunikation? Dazu gehören aber nicht nur Kommunikationstechniken, sondern auch die Erkenntnis, wie wichtig Kommunikation ist. Und damit verknüpft ist direkt die Haltung/der Mindset, dass gute Kommunikation nur möglich ist, wenn Menschen sich auf Augenhöhe begegnen (unabhängig von der Hierarchie).

  3. "Ich weiss und verstehe, wo die Reise hingeht" Jeder Mensch hat seinen eigenen Ziele und Vorstellungen. Und das ist auch richtig so. Umso wichtiger ist aber für ein erfolgreiches Team, dass es gemeinsame Ziele gibt. Und Ziele sind dann besonders wirkungsvoll, wenn sie möglichst sinnvoll empfunden werden. Leider lässt sich Sinnhaftigkeit nicht medikamentös verabreichen. Auch hier bleibt lediglich die Ebene der Kommunikation als Instrument, das Potenzial für Sinnempfinden zu schaffen

  4. "Ich werde im Notfall auch von den anderen mitgetragen" Bei der Arbeit stapeln sich manchmal die Aufgaben, persönliche Probleme oder gar Schicksalsschläge können ebenfalls für den Einzelnen im Team sehr belastend sein. Einerseits bleibt dann weniger Zeit und Energie, sich auch noch um andere im Team zu kümmern. Andererseits sind wir in solchen Phasen auch sehr auf Unterstützung durch andere im Team angewiesen. Das sind wesentliche Aspekte in der Teamarbeit: Wenn die Menschen in einem Team das Gefühl haben, sich aufeinander auch in schwierigen Zeiten verlassen zu können und wenn Einzelne im Team sich nicht nur für die eigenen Probleme öffnen, sondern auch erkennen, wenn jemand anders im Team Hilfe und Unterstützung braucht.


Voraussetzungen für eine erfolgreiche und positive Teamarbeit: Tipps für Teamleiterinnen und Teamleiter.

Im Folgenden finden Teamleiterinnen und Teamleiter einige Tipps und Handlungsmöglichkeiten, wie sie die Teamentwicklung unterstützen können:







  1. Teamdenken: Keine Ellenbogenmentalität Viele Führungskräfte gehen davon aus, dass Wettbewerb untereinander die Leistungsfähigkeit des Einzelnen stärkt und verbessert. Kann sein. Muss aber nicht. Nicht alle Menschen haben einen inneren Antrieb für Leistungserbringung. Dabei handelt es sich um ein Persönlichkeitsmerkmal. Das wird in verschiedenen Persönlichkeitstheorien beschrieben (unter anderem auch in der PSI-Theorie von Julius Kuhl). Es gibt Menschen, die sind davon angetrieben, immer wieder Herausforderungen anzunehmen und viel zu leisten. Es gibt aber auch Menschen, die diesen inneren Antrieb weniger stark haben. Da es sich um ein Persönlichkeitsmerkmal handelt, kann dies auch nicht per se entwickelt werden. Andere Menschen haben andere Stärken. Teamleitende sollte also eine ausgeprägte Ellenbogenmentalität vermeiden. Viel wirkungsvoller ist der Fokus auf bereits vorhandene Stärken und Potenziale. Dann wird auch das Risiko kleiner, dass Einzelleistungen stärker gefördert werden als Teamleistungen.

  2. Organisation: Stärken und Potenziale erkennen Jeder Mensch hat Stärken, Potenziale und Fähigkeiten, die er nutzen will. Führungskräfte können sich ganz bewusst auf die Suche nach Stärken machen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Mehr dazu finden Sie auch im diesem Beitrag-->. Wenn sich organisatorisch in Bezug auf die Aufgaben und Rollen der Einzelnen im Team Möglichkeiten geben, den individuellen Stärken gerecht zu werden, dann sollten Führungskräfte dies nutzen. Teamleiterinnen und Teamleiter könnten also die Organisation des Teams in Bezug auf Aufgaben, Prozesse und Rollen immer wieder in Bezug auf die Stärken der Einzelnen prüfen und nach Möglichkeit Anpassungen vornehmen. Denn Menschen, die auch bei der Arbeit ihre Stärken nutzen dürfen, sind zufriedener und erbringen mehr Leistung. Aus wissenschaftlicher Sicht besteht da kein Zweifel mehr.

  3. Die Chance auf Sinnempfinden stärken Wer Sinn empfindet, ist motivierter. Sinnempfinden ist ein wesentlicher Motivator. Prüfen Sie das gerne selbst. Tätigkeiten in Ihrer Arbeit und in Ihrem Leben, die Sie als sinnvoll empfinden, werden Sie mit wesentlich mehr Energie anpacken als Aufgaben, die Ihnen sinnlos erscheinen. Positive Leader sprechen deshalb mit dem Team immer wieder über das grosse Ganze. Warum tun wir das? Was ist das übergeordnete Ziel? Derartige Gespräche können dazu führen, dass die Einzelnen Teammitglieder selbst einen Sinn finden können. Denn Sinn kann niemals verordnet werden. Sinnhaftigkeit erschliesst sich ausschliesslich aus unserem Inneren, aus uns selbst. Der Apell im Sinne von "Jetzt finde das bitte sinnvoll!" ist wirkungslos und führt zu Widerständen und negativen Emotionen, was demotivierend ist.

  4. Die Kultur "auf Augenhöhe". Das eigene Menschenbild prüfen. Aus der neurowissenschaftlichen Forschung zeigt sich, dass Menschen aufeinander vor allem dann eine positive Wirkung haben, wenn eine positive Resonanz entsteht. Dazu braucht es eine "Begegnung auf Augenhöhe"; also das Gefühl einer menschlichen Gleichwertigkeit. Davon ist die hierarchische Position nicht betroffen. Auch Führungskräfte können ihren Mitarbeitenden auf Augenhöhe begegnen. Teamleiterinnen und Teamleiter können ihr eigenes Menschenbild prüfen und hinterfragen. Mit einem positiven Menschenbild lassen sich Organisationen und Beziehungen besser gestalten als mit einem defizitorientierten Menschenbild. Das positive Menschenbild ist der Beginn einer positiven Kettenreaktion und wird zu einem wesentlichen Faktor von Erfolg auf allen Ebenen.


Warum ist Teamarbeit wichtig?


Natürlich gibt es Aufgaben, bei denen Konzentration wichtig ist. Dann kann es durchaus angebracht sein, sich zurückzuziehen und ungestört und alleine an einer Aufgabe zu arbeiten. Das widerspricht aber nicht dem Grundgedanken der Teamarbeit im Allgemeinen. Teamarbeit ist nebst konkreten gemeinsamen Aufgaben vor allem auch ein inneres Gefühl. Als soziale Wesen brauchen Menschen dieses positive Gefühl aufgehoben zu sein, dazuzugehören und Teil einer Einheit zu sein. In einem Team arbeiten zu dürfen, das dieses positive innere Gefühl stärkt hat nur positive Effekte. Im Grundsatz werden das positive Erleben und die positiven Emotionen gestärkt. Dies führt nachgewiesenermassen zu folgenden Effekten:


  • Das Leistungspotenzial steigt, die Ergebnisse verbessern sich.

  • Die Menschen bleiben länger im Team, was einen positiven Effekt auf die Mitarbeiterbindung hat.

  • Positive Emotionen sind gesundheitsfördernd.

  • Die gegenseitige Hilfsbereitschaft steigt.

  • Die Loyalität gegenüber dem Unternehmen/der Organisation steigt

  • Die Kreativität und das Potenzial für Innovation steigt.

  • Die Arbeit verläuft mit weniger Problemen.

  • Die Mitarbeiterzufriedenheit steigt.

  • Kurzabsenzen nehmen ab.

  • und anderes mehr...


Es lohnt sich auf jeden Fall, seine Führungskompetenzen in der Teamarbeit zu entwickeln. Teamleiterinnen und Teamleiter haben viele Möglichkeiten, die Teamentwicklung zu unterstützen und sich in der Teamarbeit auf den Weg zu machen, ein positives und starkes Team zu entwickeln und damit sich, den Menschen im Team und der Unternehmung viel Gutes zu tun.





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